JBG 37 – Jagdbombergeschwader 37

Drewitz | Nachkommando und Verwahrungslager der Bundeswehr 1991 - 1993

Die Materialien und Dokumente wurden zur Verfügung gestellt von Wolfgang Brusch


Mit dem 03.10.1990 unterstanden alle NVA-Einheiten dem Bundeswehrkommando - Ost.
Innerhalb dieses Kommandos wurden die Truppenteile der Luftstreitkräfte / Luftverteidigung von dem neu aufgestellten Kommando
der 5. Luftwaffendivision geführt.

Dem JBG-37 und der Flugplatzbasis in Drewitz wurden mit der Übernahme durch die Bundeswehr eine Unterstützungsgruppe mit Bundeswehrangehörigen aus den alten Bundesländern zugeordnet.
 

Personal der 16. und 18. Unterstützungsgruppe des Kommando Drewitz

                    Oberstleutnant Rolf Damerow             AG 51                         Bremgarden
                    Oberstleutnant Karl Beutler                 JaboG 33                   Büchel
                    Oberstleutnant Georg Stumpf              FKG 1                        Landsberg
                    Hauptmann Arno Radolla                     JG 71                         Wittmund
                    Hauptmann Kai Christiansen                MatDp 83                  Gummersbach
                    Oberleutnant Dieter Saborowski          LW Werft 12             Erding
                    Hauptfeldwebel Hans Raum                 AG 51                        Bremgarden
                    Oberfeldwebel Bernd Herth                  LWA-FüSysLwDez
                     


Am 12.11.1990 geht das Kommando des JBG-37 vom Oberst J. Hoffmann auf Oberstleutnant H. Gerlach über, welcher das Geschwader noch bis zur strukturellen Auflösung am 31.12.1990 führte. Der Stabschef Oberstleutnant D. Höfer wird vom Major W. Brusch abgelöst.

Ab dem 01.01.1991 wurde das Nachkommando des JBG-37 formiert. Kommandeur des Nachkommandos wurde Major W. Brusch.
Das Nachkommando wurde von der 1. Luftverteidigungsdivision in Cottbus geführt. 
 

Personalbestand an der Bundeswehrdienststelle in Drewitz am 05.06.1991

                    Offizier                                                49
                    Unteroffiziere                                     44
                    Soldaten im Grundwehrdienst          127
                    Zivilbeschäftigte                               136
                    ________________________________________
                    Gesamtpersonalbestand                  364

                     


Am 01.04.1991 wird innerhalb der 5. Luftwaffendivision die 1. Luftverteidigungsdivision und die 3. Luftverteidigungsdivision
in den “Abwicklungsstab Süd” und Abwicklungsstab Nord” umstrukturiert.
 

06.12.1990_GDFL

Struktur der 5. Luftwaffendivision zum 01.04.1991


Das Nachkommando Drewitz wird am 01.10.1991 in ein zentrales Verwahrungslager umgewandelt.  Das Verwahrungslager wird weiterhin militärisch geführt und untersteht dem Abwicklungsstab Süd in Cottbus.

Ab Sommer 1991 erfolgt die Bewachung des Standortes durch eine zivile Wachgesellschaft.

Am 19.12.1991 wird das Verwahrungslager in Drewitz dem zivilen Material-Depot-Service-Gesellschaft übergeben. Auf Grund verschiedener Probleme mit der weiteren Umsetzung der Verschrottung der Militärtechnik verzögert sich die Auflösung des Verwahrungslager noch bis Sommer 1992.
 

Zeitplan

 



Kurz nach Übernahme durch die Bundeswehr wurde entschieden, das das Militärmaterial der NVA zentral gesammelt werden soll.
An Standort Drewitz wurden die Flugzeuge des JBG-37, der TAFS-87,  des JG-1,  JG-2 und des JG-8 zusammen geführt.
Daneben wird auf dem Flugplatzgelände noch eine Vielzahl von Militärfahrzeugen abgestellt.

04.12.1990_Flugplan Überführung MiG-23UB

Die MiG-23UB der Luftstreitkräfte der DDR wurden hingegen zentral am Flugplatz Laage gesammelt.
Deshalb sollten am 04.12.1990 alle MiG-23UB des JBG-37 von Drewitz
nach Laage überführt werden. Wegen eines Defektes an der Kraftstoffleitung konnte die 104  (20+62) erst einen Tag später starten.

04.12.1990

MiG-23UB     102    20+61        Barth / Gerdewischke
MiG-23UB     105    20+63        Dietrich / Nickl

05.12.1990

MiG-23UB     104    20+62        Großer / Beutler
 


Die Überführung der MiG-21 nach Drewitz von den Flugplätzen in Holzdorf, Marxwalde und Trollenhagen erfolgte ab Dezember 1990. 
Am 13.03.1991 landet die sonderlackierte MiG-21 SPS/K  441  22+02  (“Der weiße Hai”) in Drewitz. 
Die letzten MiG´s aus Holzdorf landeten am 16.04.1991 in Drewitz.
 

Ingesamt waren am Flugplatz Drewitz zwischenzeitlich abgestellt:

                        18       MiG-23BN  
                        40       MiG-21bis
                        34       MiG-21MF
                        33       MiG-21M
                        26       MIG-21UM
                         7        MiG-21SPS/K


Alle MiG-23BN befanden sich bis Mitte 1991 geschützt in den gedeckten Flugzeugdeckungen.
Um die Flugfähigkeit der Maschinen zu erhalten, wurden alle entsprechenden Standzeitkontrollen, bis hin zur 12-Monatskontrolle,
von dem am Standort verbliebenden Ingenieur-technischen Personal weiterhin durchgeführt.
 

06.12.1990

06.12.1990

Anflug und Rollen der MiG´s aus Holzdorf am 06.12.1990

06.12.1990_GDFL

Am 06.12.1990 in der gedeckten Flugleitung (GdFL)

06.12.1990

06.12.1990

Die Flugzeuge wurden an der an der Vorstartlinie abgestellt.
Für einige Flugzeugführer war die Überführung der MiG`s nach Drewitz der letzte Flug.

06.12.1990

06.12.1990

06.12.1990

06.12.1990



Am Standort Drewitz waren 1990 noch drei MiG-17F und eine MiG-15UTI vorhanden. Die MiG-17F 905 und 346 sowie die MiG-15UTI 163 waren bis dahin auf dem Gelände der KRS in einem Wartungszelt abgestellt. Die MiG-17F  537 war als Denkmal vor dem Stab aufgestellt.

Am 11.02.1991 wurde die MiG-17F  905 an das Luftwaffenmuseum in Uetersen übergeben.
Die MiG-15UTI  163 wird am 25.02.1991 auf dem Gelände der KRS zur Übergabe an das Luftwaffenmuseum in Uetersen vorbereitet und verladen.
 

10.01.1991_Drewitz

10.01.1991_Drewitz

10.01.1991_Drewitz

10.01.1991_Drewitz

 

Von den eingelagerten Flugzeugen am Flugplatz Drewitz werden zu technischen Tests an das WTD-61 in Manching übergeben:

    10.04.1991          MiG-21bis         846      24+20

    16.04.1991          MiG-23BN         697      20+45
                                MiG-23BN         712      20+52

    17.04.1991          MiG-23BN         702      20+48
     

17.04.1991

Übergabe der MiG-23BN   702  20+48  an das WTD-61 im Manching am 17.04.1991.
 


Der Kommandeur des Bundeswehrkommando - Ost Generalleutnant Jörg Schönbohm besuchte am 10.01.1991 den Standort Drewitz.

10.01.1991_Drewitz

10.01.1991_Drewitz


 

10.01.1991_Zivile Landung

Am 09.01.1991 um 9:30 Uhr landet eine Piper PA-31
als erstes ziviles Luftfahrzeuges auf dem Flugplatz Drewitz.
Der Flug wurde durchgeführt von den “Städtischen Werken Krefeld”.
Der Start zum Rückflug war am 10.01.1991 um 16:00 Uhr.


 

25.05.1991

Am 25.05.1991 besucht der damalige Ministerpräsidenten von Brandenburg Manfred Stolpe den Flugplatz Drewitz. Thema der Pressekonferenz, welche im ehemaligen Stabsgebäude des JBG stattfinden, ist die Entwicklung des Flugplatz Drewitz zu einem Regionalflugplatz.



Um die Möglichkeiten eines Regionalflugplatzes in Drewitz bekannt zu machen, wird zu Promotionzwecken ein innerdeutscher Flug mit einer ehemaligen INTERFLUG - Maschine organisieret. Am 29.05.1991 fliegt eine Iluschin IL-18 der “Air-Cargo-GmbH” von Drewitz nach Düsseldorf.

Drewitz_29.05.1991_Il-18

Drewitz_29.05.1991_Il-18



Am 04.07.1991 fand am Flugplatz Drewitz ein Pressetermin statt. Hierbei wurden den Pressevertretern, die am Standort abgestellten Flugzeugtypen präsentiert. Ausgewählte Maschinen werden hierzu für die Fotografen auf die Start- und Landebahn geschleppt.

04.07.1991

04.07.1991

04.07.1991

04.07.1991


 

Drewitz_August 1992_VSL

Die an der Vorstartlinie abgestellten Flugzeuge in Drewitz im April 1991.  Aufnahme: Jürgen Strobel

Drewitz 1992

Drewitz 1992


Gemäß den KSE-Vereinbarungen mussten die Militärflugzeuge der Bundeswehr auf die vereinbarte Menge reduziert zu werden.
Laut den Vereinbarungen des Kriegswaffenkontrollgesetzes mussten die Flugzeuge verschrottet werden. Ein Verkauf, zu einer eventuellen weiteren militärischen Nutzung war nicht erlaubt. Nur 14 % der Eingelagerten Flugzeuge waren zur unentgeltlichen Abgabe an Museen und zum Verkauf an zivile Interessenten vorgesehen.

Es wurde zuerst geplant die Verschrottung, der eingelagerten Flugzeuge, am Standort Drewitz vorzunehmen.
Deshalb wurde in der KRS im November 1991 probeweise eine MiG-23BN   691  20+40 und eine MiG-21M   594  22+94 zerlegt.
Jedoch kam es nach der Probezerlegung aus Gründen des Umweltschutz zu keiner weiteren Verschrottung von Flugzeugen am Standort Drewitz.
 

Probezerlegung MiG-23BN

Probezerlegung MiG-21


Die Verschrottung der Flugzeuge wurde von den Elbe Flugzeugwerke GmbH Dresden übernommen.
Am 19.08.1992 wurde in Drewitz die MiG-21 SPS/K  441  22+02  (“Der Weiße Hai”) als erstes Flugzeug vorab zur Verschrottung übergeben.
Der offizelle Beginn der Verschrottung war erst am 21.09.1992. Die zu verschrottenden Maschinen wurden nach Dresden auf dem Landweg überführt.
Jedoch wurden auch teilweise MiG´s per Hubschrauber abtransportiert.

Im Mai 1993 war die Verschrottung und der Abtransport der Flugzeuge vom Flugplatz Drewitz abgeschlossen.
 

19.08.1992_Drewitz

Drewitz 1992


Gemäß den KSE-Vereinbarungen mußte auch die militärisch nutzbare Infrastuktur am Flugplatz unbrauchbar gemacht werden. Deshalb wurden nter anderem bis zum Oktober 1992 alle Kraftstoffleitungen an der Vorstartline demontiert.

Am 31.06.1993 löst die Bundeswehr die Dienststelle am Flugplatzes Drewitz auf.