JBG 37 – Jagdbombergeschwader 37

Flugunfälle im JBG 37   

Quelle: www.DDR-Luftwaffe.de; mit verschiedenen Ergänzungen

11. Juli 1972
MiG-17F   506      Absturz in der VR
Polen bei Gorzyca, Das Flugzeug war im Paarverband mit OSL Remmer, Triebwerksausfall. Die Maschine ist bei versuchter Notlandung im freien Gelände aufgeschlagen und explodiert (14:26 Uhr);
Ltn. Winfried Jainsch (+)

19. April 1973
MiG-15UTI
   50    (Werksnummer: 922263, Indienststellung 1959)

Die Maschine wird bis 1972 im JG-1 in Cottbus als Wetterflugzeug verwendet. Sie wurde an das JBG-31 übergeben und in Ungarn einer Hauptinstandsetzung (damals "Generalreparatur") unterzogen. Beim Start zum Rückflug vom Flugplatz Tököl wurde eine falsche Startaufstellung gewählt, eine dem Wind abgewandte Seite zum Führungsflugzeug. Die Maschine geriet in die Wirbelschleppe des Führungsflugzeuges und stürzte beim starten ab. Die Piloten der zweisitzigen Maschine, Hauptmann Wolfgang Altus (+) und
Major Klaus Schlegel (+), verbrannten. Letzterer hinterließ eine Frau und 2 kleine Kinder.

13. September 1973
MiG-17F    630       (Werksnummer: 1C09-30, Indienst 1957 im JG-2, dann Reserve, seit
01.12.1971 im JBG-31)

Die Maschine fliegt im Sommer 1973 eine Vorführung vor dem Minister für
Nationale Verteidigung in der Nähe von Neuruppin. Sie ist eine der ersten drei auf Mars-2 Raketenbehälter umgerüsteten Maschinen. Der Flugzeugführer der Nachbarmaschine meldet: “Dein Heck brennt!” (Ursache Brennkammerdurchbruch).
Der Pilot Hauptmann Rolf Hübner katapultiert erfolgreich. 

21. Juni 1975
MiG-17F    917      (Werksnummer 1C09-06, Indienststellung am 14.11.1957 beim Kdo.,
dann beim JG-2, u.a.)

Absturz bei Staakow, Kreis Guben; Die Maschine hatte einen
Generatorausfall, nach Minuten Funkausfall, da der Akku leer. Damit war kein normales Ausfahren des Fahrwerkes mehr möglich, da die Ventile elektrisch angesteuert werden. Offiziersschüler Helge Fricke (+) entriegelt das Bugrad und das linkes Hauptfahrwerk über Seilzüge. Das Entriegeln des rechten Fahrwerkes mißlingt. Der Flugzeugführer konzentrierte sich auf die Kabine und hat Bodenberührung (11:55 Uhr)

13. Mai 1976
MiG-15UTI
    166   (Werksnummer 922268, Nutzungsbeginn 04/1959).

Das JBG-31 war auf dem Flugplatz Garz (Heringsdorf) stationiert. Die 166 stürzte während des Wetterfluges (vor Beginn der Flugschicht) in das Oderhaff. Vor dem Absturz überflogen die Piloten  Oltn. Gerald Funke  und  Hptm. Thomas Rüffer  die Start- und Landebahn.
Es war nicht ungewöhnlich, daß die Wetterflieger auch einmal vom normalen Flugregime abwichen, so daß sich niemand etwas dabei dachte. Ungewöhnlich war jedoch das relativ "leise" Triebwerksgeräusch.
Kaum war die Maschine nach dem Flugplatz wieder auf Höhe gestiegen, katapultierten sich beide Piloten.
Das Öffnen der Schirme waren noch von der Vorstartlinie zu beobachten, aber der Absturz der Maschine nicht.
Das Flugzeug schlug im Oderhaff ein und wegen der geringen Tiefe des Haffs bis auf den Grund durch. Die Maschine konnte relativ schnell geborgen werden, war jedoch trotzdem bis zur Unkenntlichkeit zerstört.

Die Auswertung des Vorkommnisses vor dem Geschwader nahm der damalige Leiter FID im Kommando LSK/LV, Oberst Telle, im Kinosaal am Standort Garz vor. Die MiG-15 UTI 166 hatte ein in Bulgarien überholtes Triebwerk. Dabei wurde eine barometrische Dose in ihre Halterung geklemmt, ohne sie einzurasten. Beim Überflug über die Landebahn nahmen die Flugzeugführer einen steilen Steigflug ein. Dabei wurde die barometrische Dose durch die Massenträgheit aus der Halterung gerissen. Das Triebwerk ging auf Leerlauf, und zwar im senkrechten Steigflug. Der Unfall hatte mit der kurz vorher erfolgten Hauptinstandsetzung in Polen nichts zu tun.
Die Röntgenaufnahmen zeigten, daß die Dose schon mehrere Einkerbungen im Material hinterlassen hatte. Der Fehler muß deshalb schon länger in der Maschine gewesen sein. Den Technikern des JBG-31 konnte keine fehlerhafte Arbeit nachgewiesen werden.

28. Mai 1977
MiG-17F    333      (Werksnummer IC 06-23, Nutzungsbeginn 08/1957)

Die Maschine sollte Kunstflug, 1. Variante (wolkenloser Himmel) fliegen. Die Maschine stürzte bereits auf dem Weg zur Kunstflugzone in ein Haus in Neuzelle bei Eisenhüttenstadt in dem sich glücklicherweise niemand befand. Oberleutnant Hans-Ulrich Keil (+) kam wegen eines Pilotenfehlers (Trudeln) ums Leben.

11. April 1978
MiG-17F
    866     (Werksnummer IC 09-26, Nutzungsbeginn 02/58).

Der Pilot, Oberstleutnant Johannes Zierer (+), flog zur Erhaltung seiner Fluglizenz. Beim Durchstoßen der Wolkendecke bildete sich Eis auf der Frontscheibe. Der Pilot verlor die Raumorientierung und konnte die Maschine nicht mehr abfangen. Er schlug auf einem Feld bei Lübben auf (14:36 Uhr) und verstarb.

23. Mai 1978
MiG-17F    656     (Werksnummer IC 08-51, Nutzungsbeginn 11/57)

Der Vorfall war eigentlich keine Katastrophe, sondern eine Havarie.
Leider kam ein Angehöriger der Platz-Flak ums Leben.
Die Maschine hatte bereits im Jahr 1976 einen Wechsel das Querruderverstärkers BU-1U durch den Leiter des technischen Dienstes der Kette. Der Wechsel wurde nicht normgerecht ausgeführt, die Anlage war aber funktionsfähig.
1978 gab es erneut Probleme mit dem BU-1U. Es wurden Einstellarbeiten durchgeführt, die Fehlmontage aber nicht erkannt. Beim Flug wurde der Querruderverstärker aus der Verankerung gerissen, damit waren Kurven nur nach einer Seite möglich.
Der Flugzeugführer Oberleutnant Winfried Arz,  flog eine Platzrunde und versuchte die Maschine zu landen. Kurz vor dem Aufsetzen wird die Maschine durch eine Böhe gedreht. Sie berührt mit dem Flächenende den Beton und kommt von der Start- und Landebahn (SLB) ab. Sie rutscht über die Grasbahn. Die nahezu vollgetankte Maschine, die außerdem mit Zusatzbehältern bestückt war (sie wurden damals nur vor Kunstflugtraining abgenommen), war offensichtlich so schwer, daß ein Zusatzbehälter den Boden streifte und explodierte (11:55 Uhr)
Ein Soldat der Platz-Flak stürzt aus dem Mannschaftszelt, um die Ursache der Geräusche festzustellen. Er wird überrollt. Soldat Heidrich (+)    
Die Maschine selbst kam ohne größere Beschädigung zum Stehen.

Sommer 1978
MiG-15UTI      12    (Werksnummer 612834, Indienst 09/1956)

Mit einem W-50 als Schleppmittel wurde die Maschine geschleppt. Ein Haken am Seil der Schleppstange brach, die Schleppstange zog sich auseinander, wie es sich gehört, bis die Reste des Hakens an der Umlenkrolle anschlugen. Durch den harten Anschlag wurde der Maschine das Bugfahrwerk mit Panzerspant 4 aus den Nietreihen gerissen. Sorgfältig wurde die Maschine im Landtransport nach Dresden zur Reparatur geschafft und dort einfach abgekippt. Sie war nicht mehr zu retten, wurde am 25.06.1978 aus dem Register gelöscht und verschrottet.

05. Juni 1980
MiG-23BN
      705    (Werksnummer 0393214219, Nutzungsbeginn 03/1980)

Absturz bei Beeskow durch Flachtrudeln. Der Pilot Major K.H. Gasterstedt (+) kommt ums Leben.

[Das JBG-37 erhält eine weitere Maschine mit der gleichen Takt.Nr. "705", Werksnummer 2963222830, Nutzungsbeginn 03/1984, BW-Kennung 20+49].

29. Juli 1982
MiG-23BN     699    (Werksnummer 0393214216, Nutzungsbeginn 26.03.1980)

Absturz durch Flachtrudeln bei Eisenhüttenstadt (14:35 Uhr). 
Der Flugzeugführer Major Dieter Höfer verletzte sich an der Wirbelsäule, was ein Flugverbot zur Folge hat. Er wurde danach als stellv. Stabschef im JBG-37 eingesetzt

04. Dezember 1985
MiG-23BN      731   (Werksnummer 2963222831, Nutzungsbeginn 14.01.1984)

Maschine der 2. Staffel. Der Absturz erfolgte gegen Mittag, ca. 13:41 Uhr in das "Millionenloch" von Drewitz.
Es war eine Tagflugschicht geflogen. Das Wetter war bewölkt, die Wolkenuntergrenze lag bei ca. 600 m. Nach dem Start der Maschinen verschlechterte sich das Wetter stark und die Wolkenuntergrenze sank auf ca. 300 m. Geplant waren Übungsflüge als Angriff des Flugplatzes unterhalb der Wolkenuntergrenze! Anschliessend sollten die Maschinen hochziehen und weg. Solche Flüge waren nichts ungewöhnliches und fanden meist im Bereich der Start- und Landebahn (SLB) statt. Diese lag ca. 300 m nördlich der Vorstartlinie (VSL), etwa 100 m südlich war die Kontroll- und Reperaturstaffel (KRS). Durch die relativ schlechte Sicht nach oben konnten vom Boden die Anflüge nicht richtig beobachtet werden, es war aber nicht zu überhören, die SLB wird überflogen. Dann flog der Pilot der 731 seinen automatischen Bombenwurfangriff. Allerdings kam die Maschine nicht über der SLB, sondern flog etwa Höhe KRS an und vor allem war sie sehr Tief. Der Pilot durchstiess die Wolkenuntergrenze erst bei ca. 300 m . Normalerweise fliegt der Autopilot nach dem "Abwurf" der Bombe automatisch ein Manöver Hochziehen mit ca. 30° Steigwinkel, welches der Pilot dann ausleitet in dem er in einer bestimmten Höhe den Autopiloten ausschaltet, das Flugzeug durch eine halbe Rolle in die Rückenlage bringt und anschliessend an den Horizont führt (Rückenlage deshalb, da der Mensch positive Lastvielfache besser verträgt). In dem Augenblick der Drehung flog der Pilot in die Wolken hinein und verlor die Raumorientierung. Weil das ganze nicht allzu hoch war (ca. 900 m) machte er das, was ein Flieger instinktiv macht, wenn es abwärts geht - er zieht am Knüppel. Nun hatte das Flugzeug noch Schräglage und die Überbelastung war auch zu hoch (lt. Flugschreiber ca.7g) - jedenfalls fiel das Flugzeug in´s Trudeln und war verloren.
Bruchteile später stand über dem  "Millionenloch" eine schwarze Rauchsäule.
 
Der Pilot, Leutnant Olaf Hänschke (+), kommt ums Leben, er wird posthum zum Oberleutnant befördert und hinterließ seine schwangere Frau und ein Kind. Er wurde vom technischen Personal besonders geschätzt, da er auch schon einmal eine vollbewaffnete MiG-23BN (mit 18 Bomben ) wieder recht sauber gelandet und diesen viel Arbeit erspart hat

Nach diesem Absturz wurde das Loch dann zu planiert. Die herausgerissene Verdichterscheibe und die GScha-23 wurde erst in 4 - 5 Meter Tiefe "gefunden". An der Bordkanone waren beide Läufe um ca. 40° durch die Wucht des Aufschlages "verbogen". Alle Abstürze, welche mit dem Flachtrudel zusammen hingen (699, 333) erfolgten im Raum Eisenhüttenstadt, in der Nähe der Ortschaft Ossendorf. Über diesem Gebiet befand sich die Kunstflugzone des JBG-37. Im Frühjahr stand das Element "Manöverkunstflug" auf dem Ausbildungsplan der Flugzeugführer. Deswegen konzentrierten sich diese Abstürze auch auf die Monate Mai / Juni des jeweiligen Jahres.

12. Juni 1986
MiG-23BN     719
   (Werksnummer 0393215730, Nutzungsbeginn 03/1981)  

Die Maschine der 2. Staffel, stürzt um 00:14 Uhr in der Nähe des Flugplatzes Preschen
(JG-3) ab. Die Absturzstelle befindet sich ca. 200 m neben der Autobahn A-15 in Richtung Autobahngrenzübergang nach Polen am Kilometer 62.8. Grund für den Absturz war ein Fehler in der Steuerung (Längstrimmung). Der Flugzeugführer, Major Rainer Muchnow (zu diesem Zeitpunkt stellv. Geschwaderkommandeur), katapultiert sich in 200 m Höhe und lief nach dem Absturz entlang der A-15 bis zum Diensthabenden System des JG-3.

17. Juni 1987
MiG-23UB     101    (Werksnummer A 1037825, Nutzungsbeginn 13.04.1978)

Maschine der 1. Staffel. Beim Start, um 21:10 Uhr, fährt der Bremsschirm aus, beide Piloten katapultieren sich. Das Flugzeug rast in den “MiG-Fänger” und fängt Feuer. Oberstleutnant Kaufmann (1. Kabine) wird verletzt.  Der Geschwaderkommandeur Oberstleutnant Joachim Hoffmann saß in der 2. Kabine und zog zuerst die Griffe.